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8. Februar 2017 Doreen Amberg

Was ist Arbeit eigentlich heutzutage? - Zu Gast in der BO Kahla

Ina betonte, dass jeder Mensch ohne Arbeit einer zu viel sei. In Ostdeutschland ist die Arbeitslosenzahl zurückgegangen und Thüringen hat die geringste Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland. Jedoch gehören Arbeit und Existenzsicherung zusammen und viele Menschen können eben von ihrer Arbeit nicht mehr leben.

In Thüringen sind 38% der Arbeitslosen Langzeitarbeitslose. Einen Ausweg aus dieser Situation bietet das Projekt der Öffentlich geförderten Beschäftigung, für das sich Ina sehr einsetzt. Im Non-Profit-Bereich können hier Menschen sozialversicherungspflichtig, existenzsichernd und freiwillig wieder in Arbeit kommen. Auch Arbeit im kulturellen, sozialen, grünen Bereich ist Arbeit. Jeder hat das Recht auf Arbeit.

Ina machte klar, dass es vor allem auf dem Bereich der Arbeitspolitik viele Ungerechtigkeiten gibt, die aus unserer linken Sicht so nicht hinnehmbar sind; sei es die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern, von Ost- und Westdeutschen oder von Einheimischen und Fremden. Des Weiteren gibt es prekäre Beschäftigungen im Bereich der Leih- und Werksarbeit sowie in der geringfügigen Beschäftigung. 40% aller Arbeitsangebote sind Leiharbeitsangebote. Damit werde Arbeit in Arbeit erster und zweiter Klasse eingeteilt.

Ziel linker Arbeitspoltik ist es auch, Gewerkschaften zu fördern, denn nur so können faire Tarifverträge ausgehandelt werden.

Im Anschluss hatten die 12 Anwesenden viele Fragen und Anregungen. So wurde das Vergabegesetz kritisiert, in dem sich das Zahlen des Mindestlohnes und der Verzicht auf Leiharbeiter nicht zu Gunsten des Anbieters auswirken. Ina betonte aber, dass an einem anderen Vergabegesetz gearbeitet wird. Deutlich wurde aus den Reihen der Basisorganisation die Leiharbeit als menschenunwürdig deklariert.

Auch der viel propagierte Fachkräftemangel war Thema. So war man der Ansicht, dass es für Betriebe immer schwieriger sei, Lehrlinge zu finden und auszubilden. Eine Beseitigung des Fachkräftemangels sei, so die BO, nur mit einer angemessenen Bezahlung zu erreichen.

Zum Schluss erläuterte Ina, dass Menschen eben unterschiedlich sind und dass sich diese Heterogenität auch auf dem Arbeitsmarkt abbilden müsse. Auch die Solo-Selbstständigen dürfen nicht vergessen werden. Ein Mindesthonorar ist für die hier angebracht. Auch Selbstständige müssen von ihrer Arbeit jetzt und in Zukunft leben können. Des Weiteren bedarf es ihrer Meinung nach eine Umverteilung des Reichtumes in Deutschland.

Inas Ausführungen stießen in Kahla auf offene Ohren. Nach einer regen Diskussion wurde der Abgeordneten mit einer Tatort-Tasse von Kahla Porzellan für ihr Kommen und ihre Arbeit gedankt.